BESONDERE RISIKEN BEIM KURZFRISTIGEN HANDEL
(Tagesgeschäfte und Übernachtgeschäfte)

Auf dem Ihnen vermittelten Depot können Sie auch Termingeschäfte und andere Börsengeschäfte in der Weise durchführen, dass oft nur eine kurzfristige Marktteilnahme erfolgt. Dies kann in der Form von Tagesgeschäften (day-trades) oder Übernachtgeschäften (overnight-trades) erfolgen (sog. Tageshandel oder auch Day-Trading).

Bei Tagesgeschäften werden Marktpositionen oft nur sehr kurzfristig eingenommen. Bei day-trades wird eine eröffnete Position noch am gleichen Tage geschlossen. Hier kann es der Fall sein, dass eine entsprechende Position innerhalb eines Börsentages, im selben Markt mehrmals eröffnet (gekauft) und geschlossen (verkauft) wird (sog. „intra day trading”).

Bei over-night-trades werden erworbene Positionen bereits am nächsten Tag wieder geschlossen, wobei das Risiko durch die „Übernachtung“ der offenen Position erhöht wird. Wir können Ihre Order nur während unserer Bürozeiten vermitteln. In der Nacht können Sie über uns auf kursbestimmende Ereignisse daher nicht mit geeigneten Maßnahmen reagieren. Sie können jedoch jederzeit Ihre Order direkt über den Broker ausführen lassen.

Beim Day-Trading können schon unerwartet kleine und kurzfristige Kurschwankungen ausreichen, um einen Totalverlust binnen kürzester Zeit, also den sofortigen Verlust ihres gesamten beim Day-Trading eingesetzten Kapitals, herbeizuführen.

Bei der Berechnung der Risiken sind neben den Marktrisiken die so genannten Transaktionskosten zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich um etwaige Börsengebühren für die Ausführung der Geschäfte, die Gebühren bzw. Kommissionen des kontoführenden Institutes und die Provisionen übriger Finanzdienstleister, d.h. auch unserer Vermittlungsprovisionen, die allerdings schon in den Kommissionen des kontoführenden Institutes enthalten sind.

Durch den regelmäßig täglichen Erwerb von Termin- und/oder Optionskontrakten nehmen Sie in der Regel täglich eine vollständige Umschichtung Ihres Depots vor. Dies hat möglicherweise eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Geschäften in Ihrem Depot zur Folge. Die damit verbundenen Kosten - die jeweils pro Kontrakterwerb anfallen - können im Verhältnis zum eingesetzten Kapital und den Marktbewegungen unangemessen hoch sein. Diese Kostenbelastung kann für Sie zur Folge haben, dass Ihr Kapital allein durch die anfallenden Kosten (Provisionen) aufgezehrt wird. Dieses ist insbesondere dann der Fall, wenn der Markt keine oder nur geringe Kursschwankungen aufweist, so dass bei einer Glattstellung einer Position der erzielte Erlös die Kosten nicht deckt bzw. der Verlust allein oder zum weit überwiegenden Teil in den Kosten besteht.

Günstige Marktbedingungen werden erst Gewinne, wenn die Kursbewegung (Prämien der Optionen oder der Preis der Terminkontrakte) den Betrag Ihrer Kosten überschritten haben. Da Sie aber sehr kurzfristig handeln, werden diese Kursbewegungen sich immer in Grenzen halten. Es ist deshalb schon eine sehr genaue Kalkulation nötig, um die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte zu bestimmen, die Ihnen die Ausnutzung von Kursbewegungen erlauben, die die Kosten übersteigen. Mit dieser Kostenkalkulation ist es jedoch noch nicht getan. Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass Sie immer auf der richtigen Marktseite liegen. Das Marktrisiko bedeutet, dass sich der Preis Ihrer Positionen nicht bewegt, oder sich auch gegen Sie entwickeln kann und Sie diese Positionen dann mit Verlust glattstellen müssen. Auch hier müssen Sie also den richtigen Ausstiegszeitpunkt vorher bestimmen. Tun Sie dies nicht, können die Verluste, verursacht einerseits durch Kosten, andererseits durch negative Marktbewegungen, binnen kürzester Zeit Ihr gesamtes Spekulationskapital aufzehren. Dieses Risiko wird verstärkt, wenn in Werte investiert wird, bei denen innerhalb eines Tages eine hohe Volatilität, also eine hohe Kursschwankung, erwartet wird.

Mit Ihren Transaktionserlösen müssen Sie nicht nur die Kosten dieser Geschäfte, sondern auch die Verluste nebst den Kosten für frühere Geschäfte auffangen, bevor Sie per Saldo ein positives Ergebnis für sich selbst verbuchen können. Dies kann sich bei Erleiden anfänglicher Verluste als unmöglich erweisen. Aus diesen Gründen müssen Sie insbesondere für den kurzfristigen Handel (Day-Trading) über vertiefte Kenntnisse in Bezug auf Wertpapiermärkte, Wertpapierhandelstechniken, Wertpapierhandelsstrategien und derivative Finanzinstrumente verfügen. Dies umso mehr, da Sie im Bereich des kurzfristigen Handels (Day-Trading) insbesondere mit professionellen und finanzstarken Marktteilnehmern konkurrieren.

Selbstverständlich sind die sonstigen Risiken der Termingeschäfte zu beachten!

Hervorgehoben sei noch einmal, dass derartige Geschäfte nicht mit aufgenommenen Krediten vollständig oder auch nur teilweise finanziert werden sollten. Die Verpflichtung zur Rückzahlung des Kredites und der darüber hinaus anfallenden Zinsen besteht unabhängig vom Erfolg der Geschäfte. Ferner muss das Risiko der Aufbringung weiteren Kapitals für den Fall berücksichtigt werden, dass der eingetretene Verlust über die Sicherheitsleistungen (bei Terminkontrakten) hinausgeht.