Der Trading Economics-Options Leitfaden
"Die wunderbare Welt der Optionen"

Teil 20 > Was sind Options Spreads (Options Kombinationen)?

 

Wenn Sie wie im Kapitel 19 "Was ist eine Options-Chain (dt.”Optionskette”)?" dargestellt die Option-Chain auf der Trading Platform ihres Brokers lesen können, dann können Sie damit auch Options Spreads handeln.

Wir stellen Ihnen nachfolgend die verschiedenen Möglichkeiten Spreads zu traden vor. Unterteilt sind diese in :

  • Vertikale Spreads
  • Horizontale Spreads
  • Diagonale Spreads
  • Spezielle Spreads

insbesondere den Married Put Spread werden wir uns in diesem Artikel 20 "Was sind Options Spreads (Options Kombinationen)?" ausführlicher widmen.

Was meine ich damit wenn ich sage: Sie shorten eine Option und „beschützen“ diese?

Also da gibt es zwei Wege.

Der erste ist, dass Sie die zugrunde liegende Aktie der Option, die Sie shorten (in diesem Fall einen short Call) wirklich physisch im Depot haben.

Das heißt wenn Sie einen GOOG Call verkauft haben (sie sind mit diesen Call also short) müssen Sie auch 100 GOOG Aktien zum selben Zeitpunkt gekauft haben oder bereits besitzen.

Diese 100 GOOG Aktien, die Sie besitzen „schützen“ Sie (wenn auch nur teilweise), wenn Sie die Aktien zum Basispreis (Strike) an den Käufer liefern müssen. Dies wäre der Fall, wenn sich der Kurs am Verfallstag des Calls oberhalb dessen Strikes befindet und Sie ausgeübt (engl. assigned) werden.

Der andere Weg wäre, einen sogenannten „Spread“ zu kreieren..

Gerade diese Spreads machen das Trading mit Optionen einzigartig, vielseitig…und vor allem…profitabel.

Was ist nun ein Spread?

Bis jetzt haben wir in unserem Trading Economics Optionsleitfaden "Die wunderbare Welt der Optionen" vier Grundarten von Optionen vorgestellt:

1. Call kaufen (Long Call)
2. Call verkaufen ((Short Call)
3. Put kaufen (Long Put)
4. Put verkaufen(( Short Put)

Das sind die Basis Options „Strategien“; es gibt nicht mehr, denn alle anderen Strategien setzen sich aus den oben genannten vier Möglichkeiten zusammen.

Ein Spread ist einfach eine Kombination von long Calls und Short Calls oder Long Puts und Short Puts.

Wenn Sie Spreads verwenden reduzieren Sie in erster Linie Ihr Risiko gegenüber reinen Short-Positionen, bei denen das Verlustpotential rein rechnerisch zunächst unbegrenzt ist.

Sie können aber mit Spreads auch Strategien kreieren, die Ihnen einen Gewinn erwirtschaften wenn die Aktie seitwärts läuft.

Spreads sind wirklich vielseitig und dadurch haben Sie viele Optionen offen (verzeihen Sie dass Wortspiel), die Ihnen ein reiner Aktienkauf nicht bieten kann.

Mit Spreads haben Sie die einmalige Gelegenheit, Gewinne zu realisieren egal ob die Aktie steigt, fällt oder seitwärts lauft!!

Das heißt Sie machen Gewinne egal was der Aktienmarkt macht, kaufen Sie allerdings ausschließlich Aktien physisch können sie nur Gewinn machen, wenn diese steigen und haben dabei nur eine 50:50 Chance.

Ein Spread besteht hauptsächlich immer aus mindestens 2 verschiedenen Optionen, wobei diese entweder

unterschiedliche Laufzeiten haben

oder

unterschiedliche Basispreise (Strike Price)

oder sogar beides.

Sehen wir uns jetzt solche Spreads mal genauer an.

1. Spreads (Kombinationen)

Wie schon erwähnt gibt es außer den 4 Grundarten von Optionen.

1. Kauf eines Calls (Long Call).
2. Verkauf eines Calls (Short Call).
3. Kauf eines Puts (Long Call).
4. Verkauf eines Puts (Short Call).

noch eine große Anzahl von sogenannten Spreads, die eine beliebige Anzahl von verschiedenen Optionsarten enthalten können und somit aus einer Kombination von verschiedenen Optionen bestehen. Auch die kompliziertesten Options-Kombinationen oder auch Optionsstrategien setzen sich aber immer nur aus den 4 Grundarten der Optionen zusammen!

Man unterscheidet dabei „vertikale Spreads“, „horizontale Spreads“, „diagonale Spreads“, jegliche Kombination aus diesen Spreads und als Besonderheit „naked Spreads“

Anm.: In allen Beispielen werden die zu zahlenden Kommissionen und Gebühren nicht berücksichtigt!!!

1.1. Vertikale Spreads

„Vertical Spreads“ gibt es in 2 Varianten: als „Bull Spread“ oder als „Bear Spread“, wobei man beide Spreadarten sowohl mit Calls als auch mit Puts darstellen kann; wobei die Zielsetzung dabei aber grundverschieden ist – die Erklärung finden sie nachfolgend jeweils bei den verschiedenen Spreads. Man unterschiedet auch, ob der Spread ein „Debit Spread“ (es fließt Geld vom Konto) oder ein „Credit Spread“ (Geld fließt auf das Konto) ist.

Vertikale Spreads werden so genannt, da bei diesen Spreads immer nur Optionen desselben Monats involviert sind.

Bull Spreads

Bull Spreads sind Spreads, die auf eine bestimmte Richtung des Marktes „spekulieren“, in diesem Fall auf steigende (Bull) Märkte.

„Call Bull Spread“ (Call Debit Spread):
Hier wird ein Call mit einem niedrigeren Basispreis gekauft und ein Call mit einem höheren Basispreis im selben Monat verkauft.

  • Annahme: steigender Kurs des Basistitels.
  • Risiko: bezahlte Optionsprämie (gezahlte Prämie – erhaltener Prämie).
  • Max Gewinn: Differenz der beiden Basispreise minus gezahlter Optionsprämie.
  • Zielsetzung: Kurs des Basistitels steigt – am besten bis über den höheren Basispreis (Maximalgewinn).

„Put Bull Spread“(Put Credit Spread):
Hier wird ein Put mit einem niedrigeren Basispreis gekauft und ein Put mit einem höheren Basispreis im selben Monat verkauft.

  • Annahme: steigender Kurs des Basistitels.
  • Risiko: Differenz der beiden Basispreise minus erhaltener Optionsprämie.
  • Max Gewinn: erhaltene Optionsprämie (gezahlte Prämie – erhaltener Prämie).
  • Zielsetzung: Kurs des Basistitels steigt, bleibt unverändert oder fällt höchstens bis zum höheren Basispreis (Maximalgewinn).

Bear Spreads
Bear Spreads sind Spreads, die auf eine bestimmte Richtung des Marktes „spekulieren“, in diesem Fall auf fallende (Bear) Märkte.

„Call Bear Spread“ (Call Credit Spread):
Hier wird ein Call mit einem niedrigeren Basispreis verkauft und ein Call mit einem höheren Basispreis im selben Monat gekauft.

  • Annahme: fallender Kurs des Basistitels.
  • Risiko: Differenz der beiden Basispreise minus erhaltener Optionsprämie.
  • Max Gewinn: erhaltene Optionsprämie.
  • Zielsetzung: Kurs des Basistitels fällt, bleibt unverändert oder steigt höchstens bis zum niedrigeren Basispreis (Maximalgewinn).

„Put Bear Spread“(Put Debit Spread):
Hier wird ein Put mit einem niedrigeren Basispreis verkauft und ein Put mit einem höheren Basispreis im selben Monat gekauft.

  • Annahme: fallender Kurs des Basistitels.
  • Risiko: bezahlte Optionsprämie (gezahlte Prämie – erhaltener Prämie).
  • Max Gewinn: Differenz der beiden Basispreise minus gezahlter Optionsprämie.
  • Zielsetzung: Kurs des Basistitels fällt – am besten bis unter den niedrigeren Basispreis (Maximalgewinn).

Mit den 4 gerade beschriebenen Spreads kann man auch kompliziertere „Kombinationen“ kreieren:

„Iron Condor“:
Ein „Iron Condor“ ist die Kombination aus einem vertikalen Call Spread UND einem vertikalen Put Spread, wobei beide Spreads denselben Monat aufweisen müssen.

Man unterscheidet dabei ob es sich um einen Debit- oder Credit-Spread handelt, wobei die Zielsetzung jeweils unterschiedlich ist – die Erklärung finden sie jeweils bei den verschiedenen Spreads.

Iron Condor als Debit Spread:
Hierbei wird ein “Call Bull Spread” mit einem “Put Bear Spread” kombiniert.

  • Annahme: stark steigende ODER fallende Kurse.
  • Risiko: gezahlte Optionsprämie.
  • Max Gewinn: Differenz der beiden Basispreise minus gezahlter Optionsprämie.
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich bis außerhalb der Spanne: niedrigster Basispreis des Put-Spreads – höchster Basispreis des Call-Spreads bewegen.

Iron Condor als Credit Spread:
Hierbei wird ein “Call Bear Spread” mit einem “Put Bull Spread” kombiniert.

  • Annahme: möglichst gleichbleibende oder sich nur wenig bewegende Kurse.
  • Risiko: Differenz der beiden Basispreise minus erhaltener Optionsprämie.
  • Max Gewinn: erhaltene Optionsprämie.
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich bis innerhalb der Spanne: höchster Basispreis des Put-Spreads – niedrigster Basispreis des Call-Spreads bewegen.

„Butterfly“:
Der „Butterfly“ ist eine Sonderform des „Iron Condor“:
Hierbei sind statt 4 nur 3 Basispreise involviert – der „mittlere Basispreis“ ist für den Call und Put gleich!!!

Butterfly als Debit Spread:
Hierbei wird ein “Call Bull Spread” mit einem “Put Bear Spread” kombiniert nur das die Basispreise des gekauften Calls und des gekauften Puts identisch sind.

  • Annahme: stark steigende ODER fallende Kurse.
  • Risiko: gezahlte Optionsprämie.
  • Max Gewinn: Differenz der beiden Basispreise minus gezahlter Optionsprämie.
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich bis außerhalb der Spanne: niedrigster Basispreis des Put-Spreads – höchster Basispreis des Call-Spreads bewegen.

Butterfly als Credit Spread:
Hierbei wird ein “Call Bear Spread” mit einem “Put Bull Spread” kombiniert nur das die Basispreise des verkauften Calls und des verkauften Puts identisch sind.

  • Annahme: möglichst gleichbleibende oder sich nur wenig bewegende Kurse.
  • Risiko: Differenz der beiden Basispreise minus erhaltener Optionsprämie.
  • Max Gewinn: erhaltene Optionsprämie.
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich bis innerhalb der Spanne: höchster Basispreis des Put-Spreads – niedrigster Basispreis des Call-Spreads bewegen.

1.2. Horizontale Spreads

Horizontale Spreads beinhalten Optionen mit verschiedenen Laufzeiten, also Optionen (Calls oder Puts) mit verschiedenen Verfallsdaten; wobei zwischen den beiden Laufzeiten beliebig viele Monate liegen können (soweit sinnvoll), meistens werden jedoch 2 aufeinander folgende Monate gewählt. Wir besprechen hier ausschließlich horizontale Spreads, bei denen immer nur die kürzer laufende Option verkauft (geshortet) wird, da horizontal Spreads bei denen die länger laufende Option verkauft wird für Retail-Investoren wegen des unbegrenzten Risikos meist von den Brokern sowieso nicht angeboten werden und es wesentlich bessere Alternativen zu derlei Strategien gibt.

„Calendar Spreads“:
Die einfachste Art des horizontalen Spreads ist der „Calendar Spread“. Hierbei wird eine länger laufende Option gekauft und eine kürzer laufende Option mit demselben Basispreis verkauft; wobei beide entweder Calls oder Puts sind.

  • Annahme: möglichst gleichbleibende oder sich nur wenig bewegende Kurse.
  • Risiko: gezahlte Optionsprämie (Optionsprämie länger laufende Option – Optionsprämie kürzer laufende Option) – in sehr seltenen Fällen unbegrenzt (z. B. VIX-Optionen).
  • Max Gewinn: theoretisch unbegrenzt falls man die Länger laufende Option nach dem Verfall der kürzer laufenden behält.
  • Zielsetzung: falls sich die Annahme bestätigt, dass sich der Kurs des zugrunde liegenden Basistitels nur wenig bewegt, dann sollte der Kurs der länger laufenden Option die ehemals bezahlte Optionsprämie übersteigen. Man nutzt sozusagen die unterschiedlichen Verfallskurven (bedingt durch Theta) der beiden beteiligten Optionen.

1.3. Diagonale Spreads

Diagonale Spreads sind Spreads, die einen horizontalen Spread mit einem vertikalen Spread kombinieren, also z. B. einen „Call Bear Spread“ mit einem horizontalen Spread kombinieren.

Beispiele:
Bei einem „Diagonal Call Bear Spread“ wird ein kürzer laufender Call mit einem niedrigeren Basispreis verkauft und ein länger laufender Call mit einem höheren Basispreis gekauft.
Bei einem „Diagonal Put Bull Spread“ wird ein kürzer laufender Put mit einem höheren Basispreis verkauft und ein länger laufender Put mit einem niedrigeren Basispreis gekauft.

Der Vollständigkeit halber wollen wir hier auch noch den „Diagonal Call Bull Spread“, bei dem der kürzer laufende Call einen höheren Basispreis aufweist und den „Diagonal Put Bear Spread“, bei dem der kürzer laufende Put einen niedrigeren Basispreis aufweist, erwähnen, jedoch werden diese selten genutzt, da hier der zu nutzende Effekt des Theta-Verfalls konterkariert wird.

1.4. Spezielle Spreads

„Strangle“
Bei einem „Strangle“ wird jeweils ein Call und ein Put mit unterschiedlichen Basispreisen im selben Monat gekauft oder verkauft

Long Strangle:

  • Annahme: stark steigende ODER fallende Kurse.
  • Risiko: gezahlte Optionsprämie.
  • Max Gewinn: unbegrenzt.
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich über den Call Basispreis oder unter den Put Basispreis PLUS gezahlter Optionsprämie bewegen.

Short Strangle:

  • Annahme: sich kaum bewegende Kurse.
  • Risiko: unbegrenzt (!).
  • Max Gewinn: vereinnahmte Optionsprämien (Call und Put).
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich zwischen den Call Basispreis oder unter den Put Basispreis bewegen, um die Optionsprämien behalten zu können.

„Straddle“
Der „Straddle“ ist eine Sonderform des „Strangle“, wobei der Basispreis des Calls dem des Puts gleich ist.

Long Straddle:

  • Annahme: stark steigende ODER fallende Kurse.
  • Risiko: gezahlte Optionsprämie.
  • Max Gewinn: unbegrenzt.
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich über den gemeinsamen Basispreis PLUS gezahlter Optionsprämie bewegen.

Short Straddle:

  • Annahme: sich kaum bewegende Kurse.
  • Risiko: unbegrenzt (!).
  • Max Gewinn: vereinnahmte Optionsprämien (Call und Put).
  • Zielsetzung: Kurs des zugrunde liegenden Basistitels soll sich um den gemeinsamen Basispreis bewegen, um die Optionsprämien behalten zu können.

Wenn man Aktien physisch besitzt und diese mit Long Put Optionen absichert kann man auch von einem Spread (Covered Stock sprechen

Hinweis: die Aufgabe dieses Artikel ist es, Ihnen die wunderbare Welt der Optionen so einfach wie möglich nahezubringen.

Ich werde deshalb in diesem Kapitel auf einen einfachen aber umso erfolgreicheren Spread naeher eingehen. Dieser genügt vollkommen, um Ihr Aktien Portfolio gegen Kurseinbrüche abzusichern und damit immun zu machen !

Es gibt zwei triftige Gründe warum ich Ihnen nur diesen Spread näher vorstelle: einerseits um Sie nicht zu verunsichern und andererseits weil andere für eine ausreichende“ Aktienabsicherung ungeeignet sind.

Über Options-Spreads gibt es im Internet so viel Information wie Sand am Meer. Aber bitte lassen Sie Vorsicht walten, wenn Sie diese Spreads traden wollen; da sollte in jedem Fall ein Experte an Ihrer Seite stehen.

Hinweis: Für solche Investoren, die gerne Spreads handeln wollen, werden wir einen separaten „Options-Spread Trading Signal Service“ im Mitgliederbereich einrichten. In diesem speziellen Mitgliederbereich werden wir dann auf verschiedene Spread-Strategien genauer eingehen und diese erklären.

Ich persönlich handle hauptsächlich Aktien in Verbindung mit Put Optionen (Married Put). Wenn Sie Anfänger im Optionstrading sind würde ich Ihnen das auch empfehlen. Nehmen Sie mir dass einfach einmal so ab wie ich es schreibe.

Dieser „Spread“ (Married Put) ist einfach zu handhaben. Dieser bringt uns regelmäßig kostenlose Aktien und Gewinne. Aber vor allem Ihr Aktien Portfolio ist dadurch immer gegen Kurseinbrüche Abgesichert.

1.5. Married Put „Spread“

Unser Trading Economics Slogan lautet:
Bilden Sie mit kostenlos erworbenen Aktien das Aktienportfolio mit Absicherung von Warren Buffett's Investmentfirma Berkshire Hathaway nach!

Viele Menschen haben mit dem Verständnis der kostenlos erworbenen Aktien ein Problem. Das entnehme ich aus einer Vielzahl von E-Mails, die uns erreichen.

Machen wir nachfolgend deshalb zwei reale „Married Put Spread Beispiele“, damit Sie einerseits erkennen können wie dieser Spread funktioniert und um andererseits Nachforschungen anstellen können, ob das alles stimmt, was ich Ihnen hier berichte.

Hinweis: Die nachfolgenden Optionspreise sind die Original Bid/Ask – Preise (Optionsprämien) die zu den jeweiligen Trading Zeitpunkten gehandelt wurden; und keine bei den Haaren herbeigezogenen „Zahlen und Nummern“!

Unternehmen: International Business Machines Corp. (IBM) - NYSE

Beispiel 1:

Trade 1 - IBM Aktienkurs fällt.

Wir untersuchen drei Unterschiedliche Trades:

Beispiel A: Aktienkauf.
Beispiel B: Put Optionskauf.
Beispiel C: Aktienkauf und Put Optionskauf.
Zeitrahmen: 15. August 2008 bis 12. Dezember 2008.

IBM Chart 1: Wochen (Weekly) Balken (Bar) Chart.

https://tradingeconomics.net/wp-content/uploads/2014/03/Aktie1-International-Business-Machines-Corp.-IBM-NYSE.png

Beispiel A: Aktienkauf am 15. August 2008.

  • 200 IBM Aktien zu einem Kurs von $ 126,36.
  • IBM - Aktienwert: $ 25,272.
  • Gewinnmöglichkeit bei steigenden Aktienkurs: Unbegrenzt
  • Maximale Verlustmöglichkeit bei fallenden Aktienkurs: $ -25.272.

Beispiel B: Put Optionskauf am 15. August 2008.

  • 2 Optionskontrakte - IBM - Jan 09 - 130 - PUT zu $ 9,60.
  • Optionswert: $ 1.920.
  • Gewinnmöglichkeit bei fallenden Aktienkurs: Unbegrenzt (bis zu einem Aktienkurs von $ 0,0).
  • Maximale Verlustmöglichkeit bei steigenden Aktienkurs: $ -1.920.

Jetzt machen Sie eine Symbiose und fügen zwei Finanzprodukte zusammen (Beispiel A und B), um eine Befruchtung zu erzeugen.

Beispiel C: Aktienkauf und Put Optionskauf

Finanzprodukt 1:

  • 200 IBM Aktien zu einem Kurs von $ 126,36.
  • Aktienwert: $ 25,272.

Finanzprodukt 2:

  • 2 Optionskontrakte - IBM - Jan 09 - 130 - PUT ZU $ 9,60.
  • Optionswert: $ 1.920.

Symbiose:

  • Aktien und Options Kapitaleinsatz: $ 27.192.
  • Gewinnmöglichkeit bei steigenden Aktienkurs: Unbegrenzt.
  • Maximale Verlustmöglichkeit bei fallenden Aktienkurs: $ -1.192 oder -4.38%.

Aktien und Optionsergebnis am 12. Dezember 2008.
Im Einzelnen.

Aktien:

  • IBM - Aktienkurs: $ 82,20/Aktie.
  • IBM - Aktienwert: $ 16.440.
  • Verlust: $ -8.832 oder -34,95%.

Optionen:

  • 2 Optionskontrakte - IBM - Jan 09 - 130 - PUT für $ 48.60/Option.
  • IBM - Optionswert: $ 9.720.
  • Gewinn: $ 7,800 oder 406,25%.

Für jene Investoren die es genau wissen wollen:
Die Optionsprämie dieser Optionskontrakte setzt sich zusammen...

Bei einem Optionskontrakt:
Innerer Wert: $ 44,16 pro Option oder $ 4.416 pro Optionskontrakt.
Zeitwert: $ 4,44 pro Option oder $ 444 pro Optionskontrakt.

Bei zwei Optionskontrakten (wie in unserem Beispiel oben):
Innerer Wert: $ 88,32 oder $ 8.832.
Zeitwert: $ 8,88 oder $ 888.

Ergebnis Aktien und Optionswert:

  • 15. 08. 2008 - Aktien und Options Kapitaleinsatz: $ 27.192.
  • 12. 12. 2008 - Aktien und Optionswert: $ 26.160.
  • 12. 12. 2008 - Verlust: $ -1.032 oder -3,80%.

Nun, am 12. 12. 2008 haben die offenen Positionen (noch im Markt befindlichen Positionen) einen Wert von $ 26.160. Die IBM Aktien haben einen Wert von $ 16.440; das macht einen Verlust von $ -8.832 oder -34,95%. Die Put Optionen haben einen Wert von $ 9.720 das ergibt einen Gewinn von $ 7,800 oder 406,25%.

Jetzt machen wir eine Anpassung:

Am 12. 12. 2008 verkaufen Sie Ihre zwei im Markt befindlichen Put Optionskontrakte (Glattstellung). Dadurch erhöht sich Ihr Depot Geldkonto (Cash- oder Barkonto) um $ 9.720.

$ 1.920 haben Sie am 15. August 2008 beim Kauf der Put Optionen bezahlen müssen.

$ 9.720 haben Sie am 12. Dezember durch den Verkauf der Put Optionen erhalten.

Das ergibt einen Gewinn von $ 7,800 oder 406,25%.

Dieser Put Options Gewinn von $ 7,800 ist Ersatz, Ausgleich, Gegenleistung, Wiedergutmachung, Erstattung, Gegenwert, Rückerstattung, Rückzahlung oder Schadenersatz, für Ihren IBM Aktien Verlust von $ -8.832.

Lediglich $ -1.032 oder -3,80% fehlen Ihnen, um diesen IBM Aktienverlustes vollkommen ausgleichen zu können.

(Beachten Sie bitte die Anmerkung zu diesem geringen Depot/Portfolioverlust weiter unten!)

Sie haben am 12. 12. 2008 nach dem Verkauf Ihrer 2 Put Optionskontrakte $ 9.720 auf Ihr Depotkonto gutgeschrieben bekommen.

Diese Gutschrift beinhaltet einen Gewinn von $ 7,800 als Gegenleistung für den Verlust Ihrer IBM Aktien.

DER KAUF VON 94 KOSTENLOSEN "IBM" AKTIEN!

Der IBM Aktienkurs steht am 12. Dezember. 2008 bei $ 82,20/Aktie.

Wie schon erwähnt weist durch den Verkauf der zwei Put Optionskontrakte Ihr Depotkonto am 12. 12. 2008 einen Gewinn/Überhang von $ 7,800 auf.

Sie dividieren $ 7,800/Gewinn durch $ 82,20 (Kurs der IBM-Aktie) das ergibt die Zahl 94,891; diese runden Sie dann auf 94 ab.

Jetzt kaufen Sie am 12. Dezember. 2008 nochmals 94 IBM Aktien zu einem Kurs von 82,20/Aktie nach.

In Ihrem Aktiendepot befinden sich nun 294 IBM Aktien mit einem Aktienwert von $ 24.166,80. Der IBM Aktienkaufpreis ist von ursprünglich $ 126,36/Aktie durch den Nachkauf der 94 IBM Aktien zu $ 82,20/Aktie auf einen IBM Aktien - Durchschnittspreis auf 112,24/Aktie gesunken.

Wie sieht am 12. Dezember. 2008 Ihr Depotkontostand nach Trade 1 aus?

  • 15. 08. 2008 - Aktienmenge: 200 IBM Aktien.
  • 15. 08. 2008 - Aktien und Options Kapitaleinsatz: $ 27.192.
  • 12. 12. 2008 - Nach Kauf von kostenlosen Aktien:
  • 12. 12. 2008 - Aktienmenge: 294 IBM Aktien.
  • 12. 12. 2008 - Aktienwert: $ 26.160.
  • 12. 12. 2008 - Verlust: $ -1.032 oder -3,80%.

Ich habe eingangs geschrieben „Mit diesem „kostenlos erworbenen Aktien“ haben viele Menschen ein Problem. Das entnehme ich aus einer Vielzahl von E-Mails die uns erreichen.“

Jetzt eine Frage an Sie, sind Ihrer Meinung nach diese 94 IBM Aktien, gekauft zu einem Kurs von $ 82,20/Aktie, nun kostenlos oder nicht?

In Zukunft bekommen Sie, unter anderem, nicht nur für 200 IBM Aktien sondern für 294 IBM Aktien Dividenden und nehmen an künftigen Aktienkursanstiegen teil! Sie bekommen somit von 94 IBM Aktien Dividenden, die Sie meiner Meinung nach kostenlos erworben haben; denn sie mussten kein frisches Kapital in die Hand nehmen! Stimmt’s?

Anmerkung: Lediglich $ -1.032 oder -3,80% fehlen Ihnen, um den IBM Aktienkursverlust vollkommen ausgleichen zu können.

Selbstverständlich können Sie einen vollkommenen Ausgleich des IBM Aktienverlustes erreichen und darüber hinaus, sogar noch einen Gewinn verzeichnen. Dafür müssten Sie statt zwei (wie in unserem Beispiel oben) 3 Optionskontrakte - IBM - Jan 09 - 130 - PUT für $ 9,60/Option kaufen.

Wenn Sie 3 Optionskontrakte - IBM - Jan 09 - 130 - PUT für $ 9,60/Option kaufen bleibt auch das Gewinnpotential bei steigenden Kursen unbegrenzt; aber das so oder so schon sehr begrenzte Verlustrisiko (das Sie mit 2 Optionskontrakten haben, also einer Absicherung 1:1) ist bei fallenden Kursen, mit 3 Optionskontrakten quasi nicht mehr vorhanden.

Rechnen Sie sich bitte selber einmal folgendes aus:

  • 15. 08. 2008 - Kauf: 200 IBM Aktien zu einem Kurs von $ 126,36.
  • 15. 08. 2008 - Kauf: 3 Optionskontrakte - IBM - Jan 09 - 130 - PUT für $ 9,60/Option.
  • 12. 12. 2008 - IBM Aktienkurs $ 82,20.
  • 12. 12. 2008 - Verkauf: 3 Optionskontrakte - IBM - Jan 09 - 130 - PUT für $ 48.60/Option.

Wie viele kostenlose IBM Aktien können Sie kaufen?

Gehen wir noch einen Schritt weiter und sehen uns an, wie es ab diesem Zeitabschnitt mit der IBM Aktie weiterging.

Beispiel 2:

Trade 2 - IBM Aktienkurs steigt

Beispiel A: Aktienkauf.
Beispiel B: Put Optionskauf.
Beispiel C: Aktienkauf und Put Optionskauf.
Zeitrahmen: 12. Dezember 2008 bis 15. Januar 2010.

IBM Chart 2: Wochen (Weekly) Balken (Bar) Chart.

https://tradingeconomics.net/wp-content/uploads/2014/03/Aktie2-International-Business-Machines-Corp.-IBM-NYSE.png

Sie haben in Ihrem Aktiendepot am 12. 12 .2008 nun 294 IBM Aktien. Der IBM Aktienkurs steht bei $ 82,20. Der IBM Aktienwert beträgt $ 24.166,80.

Da Sie immer Ihre IBM Aktien abgesichert haben wollen, kaufen Sie am 12. 12 .2008 - 3 Optionskontrakte - IBM - Jan10 - 90 - PUT für $ 21.80/Option

Was haben Sie am 12. 12. 2008, nach Trade 2, nun im Portfolio:

  • 294 IBM Aktien zu einem Aktienkurs von $ 82,20/Aktie
  • IBM Aktienwert $ 24.166,80.
  • 3 Optionskontrakte - IBM - Jan10 - 90 - PUT für $ 21.80/Option
  • Optionswert: $ 6.540

(Diese Optionsprämien sind sehr, sehr teuer, diese habe ich bewusst gewählt, damit Sie auch in so einem Fall sehen können, dass diese Aktiendepot - Absicherung - Trading Strategie wirklich funktioniert.)

  • Aktien und Optionswert: $ 30.706,80
  • Gewinnmöglichkeit bei steigenden Aktienkurs: Unbegrenzt
  • Maximale Verlustmöglichkeit bei fallenden Aktienkurs: $ -4.200 oder -13.68%

(Auch hier, wenn Sie 4 Optionskontrakte - IBM - Jan10 - 90 - PUT kaufen bleibt auch das Gewinnpotential bei steigenden Kursen unbegrenzt aber das so oder so schon sehr begrenzte Verlustrisiko (das Sie mit 3 Standard Optionskontrakten haben) ist bei fallenden Kursen auf nahezu 0 begrenzt worden.)

Aktien und Optionsergebnis am 15. Januar 2010.
Im Einzelnen

Aktien:

  • IBM - Aktienkurs: $ 131,78
  • IBM - Aktienwert: $ 38.743,30
  • Gewinn: $ 14.576,50 oder 60,32%

Optionen:

  • 3 Optionskontrakte - IBM - Jan10 - 90 - PUT ZU $ 0,0
  • IBM - Optionswert: $ 0,0
  • Verlust: $ -6.540 oder -100%

Ergebnis Aktien und Optionswert:

  • 12. 12. 2008 - Aktien und Optionswert: $ 30.706,80
  • 15. 01. 2010 - Aktien und Optionswert: $ 38.743,30
  • 15. 01. 2010 - Gewinn $ 8.036.50 oder 26.17%.

Wie sieht am 15. 01. 2010 Ihr Depotkontostand nach Trade 2 aus?

  • 12. 12. 2008 - Aktien und Optionswert: $ 30.706,80.
  • 15. 01. 2010 - Aktien und Optionswert: $ 38.743,30.
  • 15. 01. 2010 - Zwischensumme: $ 8.036.50 oder 26.17%.
  • Verlustvortrag vom 12. 12. 2008 nach Trade 1: $ -1.032.
  • 15. 01. 2010 - Zwischensumme: 7.004,50 oder 22,81%
  • Dividenden vom 06. 11. 08 bis 06. 11. 09: $ 732,10
  • 15. 01. 2010 Gewinn: $ 7.736,60 oder 25,20%

Zusammenfassung:
Zeitraum: 15. August 2008 bis 15. Januar 2010

  • In Ihrem Aktiendepot liegen statt 200 IBM Aktien nun 294 IBM Wertpapiere.
  • Sie konnten davon 94 IBM Aktien zu einem Kurs von $ 82.20 kostenlos erwerben!
  • Der Durchschnittskaufpreis der 294 IBM Aktien liegt nun bei $ 112,24.
  • Sie konnten statt $ 530 nun $ 732,10 Dividenden erwerben.
  • Ihr Aktiendepot weist einen Gewinn von $ 7.736,10 oder 25,20% auf.
  • Kommissionen für An und Verkauf von Aktien/Optionen wurden nicht berücksichtigt.

Lesen Sie die oben dargestellten Beispiele ruhig noch ein- oder mehrmals durch; denn ich bin der Meinung, das dies sehr, sehr wichtig für Sie ist!

  • Das war Kapitel 20 > Was sind Options Spreads (Options Kombinationen)?
  • Weiter zu Kapitel 21 > Covered Call

 

Alexander Firstbrain
Investor und Autor
Trading Economics
tradingeconomics.net