Der Trading Economics-Options Leitfaden
"Die wunderbare Welt der Optionen"

Kapitel 22 > Was ist im Options Trading eine Limit oder Market – Order?

 

Orderarten im Optionstrading

Definition:
Eine „Order“ bedeutet nichts anders, als den Auftrag an einen Broker, einen entsprechenden Handelsauftrag an der Börse auszuführen.

Grundsätzlich muss man im Optionstrading unterscheiden, ob man eine Position eröffnet („Opening Order“ – „…to open“) oder eine Position schließt („Closing Order“ – „… to close“); dabei ist eine Order immer ein Auftrag eine Option zu kaufen oder zu verkaufen.

Man unterscheidet bei einer „Opening Order“ ferner, ob man eine Option (Call oder Put) kauft (Kauforder) oder verkauft, also „shortet“ (Verkaufsorder) und bei einer „Closing Order“, ob man eine bestehende Option (Call oder Put) verkauft oder eine zuvor „geschortete“ Option zurückkauft.

Bei Brokern mit guten Plattformen, braucht man auf all dies nicht zu achten, da die Software dies automatisch erkennt – hat man z. B. keine Position im Depot, so ist es offensichtlich, dass man eine Position eröffnen will… ABER: eben nicht alle Broker bieten diesen Service!

Weiterhin unterscheidet man bei den Orderarten die Gültigkeitsdauer der Order, den Zeitpunkt, an dem eine Order gültig ist und die Art der Order. Diesen Unterschieden wollen wir uns nun widmen:

Gültigkeitsdauer der Order

Tagesgültig (GFD = Good for Day) oder auch “Dayorder”
Wie der Name schon sagt, ist die Order nur gültig bis zum offiziellen Börsenschluss desselben Tages, an dem die Order aufgegeben wurde und wird dann automatisch gelöscht.

Gültigt bis auf Widerruf (GTC = Good til Canceled)
Wie der Name sagt, bleibt die Order solange gültig, bis sie widerrufen wird, allerdings für maximal 90 Tage. Diese Orderart bedeutet allerdings auch, dass man sie nie „vergessen“ darf; sie vermindert auch die zur Verfügung stehenden Geldmittel in der entsprechenden Höhe der Order während der gesamten Laufzeit, also bis zum Widerruf der Order.

Zeitpunkt einer Order

Es gibt spezielle Orderarten, die nur zu bestimmten Zeitpunkten am Tag Gültigkeit besitzen:

Gültig nur während der Eröffnungsphase des Marktes (MOO = Market On Open)
Diese Order kann nur während einer bestimmten Zeit VOR Markteröffnung eingegeben werden und es wird versucht, den ersten zur Verfügung stehenden Kurs NACH Markteröffnung zu bekommen

Gültig nur kurz vor der Marktschließung (MOC = Market On Close)
Diese Order wird bis kurz vor Marktschließung akzeptiert und es wird versucht, einen Kurs möglichst kurz VOR Marktschließung zu bekommen

Anm.: Natürlich gibt es auch LOO (Limit On Open) und LOC (Limit On Close) Order, wobei diese aber nicht gebräuchlich sind und damit nur von wenigen Brokern angeboten werden.

Ausführungsanweisung der Order (Orderart)

Market-Order
Eine Market-Order wird an der Börse zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt, d. h. so schnell als möglich ohne Rücksichtnahme auf den dann notierten Kurs. Somit gilt, dass man den Ausführungskurs nicht vorhersagen kann! Da jede Order (durch einen Zeitstempel) in eine Reihe eingeordnet wird, kann es passieren das der „gewünschte“ Kurs weit vom „Ausführungskurs“, also dem Kurs zu dem die Option ge- oder verkauft wird, entfernt liegt; ganz besonders dann, wenn es sich um illiquide Märkte handelt.

Limit-Order
Bei dieser Orderart wird ein gewisses Limit festgelegt, bei dem ge- oder verkauft werden soll; somit hat man keinen Anspruch auf eine Ausführung(!); selbst wenn der Kurs das gesetzte Limit erreichen sollte, kann es sein, dass man in der Reihe zu weit „hinten“ steht, also Käufer oder Verkäufer, die „früher“ als man selber die gleiche Limit-Order eingegeben haben zuerst ausgeführt werden und dann keine weiteren Kauf-oder Verkaufsaufträge zu diesem Limit oder besser vorliegen. Allerdings hat man bei dieser Art der Order immer die Gewissheit, dass wenn man eine Ausführung zum eingegebenen Limit bekommt; also bei einer Kauforder nicht mehr als das Limit bezahlt und bei einer Verkaufsorder mindestens das Limit bekommt.
Es kann sogar manchmal passieren, dass man einen „besseren“ Kurs als das Limit bekommt.

Stopp-Orders

Man kann Stopp-Order zum Markteintritt als auch zur „Absicherung“ (Stopp-Loss) nutzen. Dabei wird unterschieden zwischen Market- und Limit-Orders.
Natürlich gibt es Stopp-Order als Kauf- und Verkauf-Orders.

Dabei wird eine Order in den Markt gegeben, die beim Erreichen des in dieser Order angegebenen Optionspreises entweder als Market-Order oder eben Limit-Order in den Markt gegeben wird.

Hinweis:
Wir empfehlen Stopp-Orders ausschließlich zum Markteintritt und niemals als Stopp-Loss-Order – insbesondere GTC-Order - zu platzieren, da interne Untersuchungen ergeben haben, dass Stopp-Loss-Order tatsächlich „abgefischt“ werden, das heißt Market Maker oder andere Marktteilnehmer beeinflussen den Kurs der zugrundeliegenden Aktie oder den Optionspreis direkt so, dass Ihre Stopp-Order ausgeführt wird, um dann sofort wieder auf das alte Niveau zu steigen/fallen. Dies kann man sehr häufig bei der Markteröffnung beobachten, wenn Market Maker den „richtigen“ Eröffnungspreis „finden“ d. h. festlegen müssen. Oftmals konnten wir dort „abnormale“ Anfangsbewertungen von Optionspreisen beobachten…
Das wir Limit-Order Market-Ordern vorziehen wissen Sie ja bereits.

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Alexander Firstbrain
Investor und Autor
Trading Economics
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