Der Trading Economics-Options Leitfaden
"Die wunderbare Welt der Optionen"

Kapitel 14 > Was bedeutet Implizierte Volatilität (IV) im Options-Trading?

 

Im vorangegangenen Kapitel 13 „Was ist eine synthetische Option?" haben wir Ihnen das synthetische Dreieck näher gebracht. Den Vorteil einer synthetischen Long Call Position mit dem begrenzten Verlustrisiko haben Sie sich damit eingeprägt.

Ihre Gedanken "kreisen" wahrscheinlich noch im Dreiecke, aber schon geht es weiter mit Kapitel 14 "Was bedeutet implizierte Volatilität (IV) im Options-Trading?"...

Die implizierte Volatilität

Man kann keinen Optionsleitfaden erstellen, ohne über das komplexe Konzept der implizierten Volatilität zu schreiben.

Ich werde dieses Thema aus drei Gründen, nur kurz berühren,

1. in unserem Trading Economics Aktien-Absicherungsmodell spielt die Volatilität nur eine untergeordnete Rolle.

Das wird diejenigen überraschen, die vom Optionshandel schon mehr oder weniger Ahnung haben.

Nur so viel: Bedenken Sie bitte das die Options-Volatilität von der zugrunde liegenden Aktie (Underlying) abgeleitet wird, dazu später mehr!

2. Ich will jeden Anfänger davon abraten, nur Call oder Put Optionen (ohne die zugrunde liegende Aktien zu besitzen) zu handeln; selbst wenn ein noch so großer Gewinn (durch die Hebelwirkung) bei „geringstem“ Kapitaleinsatz winkt.

Diesen „geringen“ Kapitaleinsatz kann die Volatilität mit einen Schlag zerstören.

3. Wenn man nur Call oder Put Optionen (ohne die zugrunde liegende Aktien zu besitzen) handelt, sollte man über ein ausreichendes und umfangreiches Wissen in Sachen „Volatilität“ besitzen.

Die Volatilität-Analyse kann aber eine sehr komplexe Angelegenheit sein und dies würde bei weitem den Rahmen eines Leitfaden sprengen.

Wenn Sie aber dennoch tiefer in die Volatilität-Analyse eintauchen möchten, gibt es hervorragende Bücher. Eines kann ich Ihnen dazu besonders ans Herz legen, „Option Volatility and Pricing: Advanced Trading Strategies and Techniques” von Sheldon Natenberg.

Die Volatilitäts-Kennzahlen werden im Trading mit Optionen von erfahrenen Händler für den Optionshandel herangezogen, um eine Option zu bewerten und mit anderen Optionen vergleichen zu können.

Im Übrigen ist es in diesem Stadium Ihres Lernens nicht von großer Bedeutung, sich ein umfangreiches Wissen über dieses Volatilitäts-Konzept anzueignen.

Schon gar nicht, wenn Sie Aktien mit Optionsabsicherung handeln,

Dieses Volatilität-Konzept sollte Ihnen nur immer bewusst sein.

Viele Menschen denken: wenn etwas kompliziert ist, dann muss es gut sein. An der Börse im Trading mit Derivaten und anderen Finanzinstrumenten ist für uns gerade das Gegenteil der Fall, nämlich dass Kiss Prinzip (Keep it simple and stupid)!

Je einfacher, desto besser!

Nur zur Erinnerung, wir von Trading Economics verwenden Optionen nur zur Absicherung unseres Aktien-Portfolio und nicht um deren Hebeleffekt auszunutzen oder gar Wetten auf die den Aktienkursverlauf zu machen!

Das allerwichtigste aber ist, dass man in einem Aktien-Portfolio mit Optionsabsicherungen ein professionelles Risiko- und Portfoliomanagement machen kann!

Aber lassen Sie uns wieder auf das Thema Volatilität zurückkommen.

Was ist implizierte Volatilität (IV)?

Denken Sie einfach an launische Teenager. Eine Minute sind sie glücklich die nächste unglücklich, und wenn diese in Wut geraten oder zornig sind, werden sie zu unberechenbaren Wesen.

Um es auf den Punkt zu bringen, ihr Verhalten ist unberechenbar…oder unbeständig.

Ein anderes Beispiel:

Das EM-Fußballspiel 2012, zwischen Co-Gastgeber Ukraine und Frankreich – Gruppe D in der Donbass-Arena in Donezk.

Der englische Kommentator sagte kurz vor dem Spiel es gäbe “keine leichten Bedingungen” für die Spieler, da es sehr schwül sei.

Anpfiff…

Jetzt setzt leichter Regen ein,

dann gießt es aus Kübeln,

plötzlich, wolkenbruchartiger Regen,

überfallartig auch noch Blitz und Donner…

Genauso extrem kann Volatilität im Options-Trading sein!

Wenn wir über Volatilität in Verbindung mit Aktien und Optionen sprechen, so sprechen wir über extreme und manchmal auch sehr große Kursbewegungen.

Ich denke, dass jeder den Börsen Crash 2008 bis 2009 noch in Erinnerung hat, als der Dow Jones einige hunderte Punkte an einem Tagen verloren hatte.

Dass nenne ich extreme Volatilität.

Nun, warum finden wir Volatilität so wichtig?

Einfach ausgedrückt ist sie DIE bestimmende Größe mit dem größten Einfluss auf den Optionspreis.

Aber warum ist das so?

Lassen Sie uns annehmen, die IBM Aktie notiert bei $ 200, die Volatilität ist hoch und Sie haben einen IBM 215 Call gekauft (also aus dem Geld (OTM ), also reinen Zeitwert), der noch 22 Tage Restlaufzeit hat.

Sie haben Ihre Option ist aus dem Geld gekauft, weil die Volatilität hoch ist, und Sie dadurch annehmen, dass die IBM-Aktie große Preisausschläge haben könnte.

Wenn IBM große Preisbewegungen bevorstehen so heißt das, die Chancen stehen gut, dass Ihr IBM 215 Call somit überproportional an Wert zulegen wird.

Anmerkung:
ATM, ITM oder OTM?
Lesen Sie dazu das entsprechende Kapital 10 in diesem Trading Economics-Options Leitfaden “Was bedeutet “in”, “at” und “out of the Money?”

Wir haben schon in einem vorherigen Kapitel behandelt wie Optionen bewertet werden; der Optionspreis besteht aus einem inneren Wert und einem Zeitwert; wobei der innere Wert jederzeit null sein kann.

Wenn eine Option keinen Inneren Wert besitzt (wie unsere IBM 215 Call) dann besteht diese aus reinem Zeitwert.

Schauen wir uns nun im Detail an, wie Volatilität den Preis einer Option beeinflussen kann.

Dass was jetzt kommt mag ein wenig komplex erscheinen, deshalb haben Sie bitte ein wenig Geduld und versuchen sie diesem Leitfaden zu folgen. Außerdem ist es ja nicht verboten etwas mehrmals zu lesen… .

Der Wert einer Option wird von fünf Hauptfaktoren bestimmt (und zwei Nebenfaktoren, die ich der Vollständigkeit halber mit aufgenommen habe):

  • vom aktuellen Kurs der zugrunde liegenden Aktie (Underlying).
  • vom Basispreis (Strike Price) der Option
  • vom Optionstyp (Call oder Put)
  • vom Verfallssdatum (und damit der Restlaufzeit der Option)
  • von der Volatilität der zugrunde liegenden Aktie.
  • dem aktuellen Zinssatz der Fed (Federal Reserve Bank)
  • den Dividenden Zahlungen der zugrunde liegenden Aktie (Wichtig, wenn man Short-Optionen im Portfolio hält).

Der Preis der Aktie ist einer der wichtigsten Faktoren für den Optionspreis. Je weiter der aktuelle Kurs der Aktie vom Basispreis liegt, desto mehr (je weiter im Geld) oder weniger (je weiter aus dem Geld) kostet die Optionsprämie.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Bestimmung des Optionspreises ist die Restlaufzeit der Option. Je näher das Verfalldatum rückt, desto weniger ist die Option wert, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Option im Geld landet, immer kleiner wird (vorausgesetzt alle anderen Faktoren bleiben gleich).

Wieso?

Die Möglichkeit dass IBM in 22 Tagen z. B. $ 15 zulegen wird ist geringer als wenn sie noch 148 Tage Restlaufzeit hätte. Wenn IBM 215 Call noch 148 Tage Restlaufzeit hätte, dann würde diese noch einen weitaus höheren Zeit-Wert besitzen, weil IBM noch 148 Tage bleiben, um diesen Anstieg zu machen.

Zeitwert?
Falls Sie hier ein Fragezeigen über dem Kopf haben, dann lesen Sie bitte noch einmal das Kapitel 9 „Wie wird eine Option preislich gestaltet?” durch.

Die Volatilität der zugrunde liegenden Aktie ist der wichtigste Faktor, der den Optionspreis bestimmt. Je höher die Volatilität (=Schwankungsbreite) der zugrunde liegenden Aktie ist desto mehr muss man für eine Option bezahlen, denn damit steigt naturgemäß auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie den angestrebten Preis tatsächlich auch erreicht.

Wir verwenden wieder unsere IBM 215 Call Option, die noch 148 Tage Restlaufzeit besitzt. Sie wird mit höherer Volatilität immer teurer werden, da mit der Volatilität die Wahrscheinlichkeit steigt, einen Kurs zu erreichen.

Wenn Sie über die oben beschriebenen Punkte einmal Bescheid wissen können Sie mit einem mathematischen Preismodell z.B. dem bekannte „Black and Scholes“ Modell (man finden diese auf vielen Broker Webseiten) den theoretischen Preis einer Option ausrechnen. Allerdings werden sie das niemals praktisch machen müssen, da alle Brokerwebseiten die Möglichkeit bieten, den aktuellen und theoretischen Optionspreis darzustellen. Oftmals sind diese beiden Werte verschieden.

Dies liegt daran weil der schwierigste “Input” um einen Optionspreis zu ermitteln, eben die Volatilität einer Aktie ist. Eigentlich müsste man raten wie hoch diese Volatilität ist, oder man verwendet Daten aus der Vergangenheit einer Aktie (historische Volatilität), um die Volatilität einigermaßen zu ermitteln.

Der Online Broker hat alle neuesten Volatilität-Daten für alle Optionen und Sie können dadurch sehen, wo die aktuelle Volatilität im Verhältnis gemessen, zur vergangenen Volatilität steht.

Wenn man rechnerische Modelle verwendet kann man die Volatilität messen. Market Maker (als die Marktteilnehmer, die die Kurse stellen, verwenden diese Modelle um zukünftige Preisschwankungen einer Aktie vorherzusagen und preisen diese Annahmen in die Optionsprämien ein, sie implizieren diese Volatilität. Daher kommt auch der Begriff implizierte Volatilität. Als Abkürzung findet man häufig einfach nur IV.

Es ist wichtig, dass Sie das Konzept der implizierten Volatilität verstehen, auch wenn Sie noch ein Neuling im Optionsgeschäft sind.

Die implizierte Volatilität ist keine statische Größe sie ist immer in Bewegung.

Ein Ereignis kann auslösen, dass die Aktie sich die implizierte Volatilität stark erhöht oder verringert und sich der Optionspreis entsprechend stark ändert.

Es gibt viele Dinge, die eine Aktie heftig bewegen können:

Übernahme-Gerüchte, ausgezeichnete oder unerwartete Gewinnankündigungen.

FDA Zulassungen für Pharmakonzerne.

Ein Ereignis, an dem man eine sehr starke Änderung der IV innerhalb von zwei Tage beobachten kann, sind die beiden Tage vor und nach einer Ergebnisveröffentlichung eines Unternehmens – in den USA grundsätzlich alle 3 Monate. Wenn man nun weiß, wie man dies mit der richtigen Optionsstrategie ausnutzen kann, kann man alleine mit dieser Strategie ein Vermögen machen.

Umgekehrt, wenn mehrere Händler, Fondsmanager oder Finanz-Organisationen etc., Angst vor einem Aktien-Einbruch haben, oder der Meinung sind die Aktienpreise sind überzogen hoch, so sichern diese vermehrt ihr Aktien-Portfolio mit Put-Optionen ab.

Der Preis der Put Optionen wird dadurch ansteigen, da die Nachfrage steigt und die Market Maker damit höhere Preise durchsetzen können. Außerdem schätzen sie die Volatilität höher ein, wenn immer mehr Marktteilnehmer Bedarf an einer Absicherung haben.

Um es auf den Punkt zu bringen:

Steigt die implizierte Volatilität einer Option steigt auch der Preis einer Option.
Fällt die implizierte Volatilität einer Option fällt auch der Preis einer Option.
Das heißt: der Preis einer Option verhält sich proportional zur Volatilität.

Sehen wir uns jetzt der implizierte Volatilität einmal an einem Beispiel genauer an:

Wir wollen dafür die IBM-Aktie verwenden.

Zuerst brauchen wir Daten von der implizierten Volatilität der IBM Aktie um uns einen “Indikator basteln“ zu können. Besser gesagt, wir brauchen ein Fundament um bestimmen zu können, ob die aktuelle implizierte Volatilität der IBM Aktie im historischen Vergleich hoch oder niedrig ist.

Dazu graben wir in der Vergangenheit und suchen die “jährlichen” Höchst- und Tiefststände der implizierten Volatilität der IBM-Aktie.

Kurze Erklärung Tabelle 1:

In %

IV Hoch = der höchste Wert der Implizierten Volatilität im jeweiligen Jahr.

IV Tief = der tiefste Wert der Implizierten Volatilität im jeweiligen Jahr.

Tabelle 1

JahrIVIV
 HochTief
200347,8421,28
200426,0319,25
200525,5516,04
200623,5317,34
200731,2816,67
200861,5822,43
200940,7622,19
201033,3217,96
201141,6617,09
201225,1217,68
22.01.201323,18 
20.01.2013 17,26

Nun haben wir einen Richtwert an dem wir uns orientieren können, ob eine Option teuer oder günstig ist.

Wir orientieren uns im laufenden Jahr immer zum IV Hoch/Tief Stand des vergangenen Jahres!

Wie wissen wir nun, ob eine Option teuer oder günstig ist?
Wenn wir am 22.01.2013 die implizierte Volatilität (23,18%) gegenüber dem Medium Wert 2012 (21,40%) vergleichen, ist dieser höher und somit ist eine Option die man kaufen will relativ teuer.

Die implizierte Volatilität am 20.01.2013 von 17,26% ist allerdings verglichen mit dem IV-Tief 2012 (17,68%) sehr niedrig; somit ist eine Option die man kaufen will eher günstig.

Im Jahr 2008 war das IV-Hoch bei 61.58% und das Tief bei 22,43%. Dieses IV-Hoch 2008 war mehr als doppelt so hoch wie das IV-Hoch von 2007 (31,28%); das hat man dann auch an den hohen Optionspreisen feststellen können.

Im Folgenden will ich versuchen, darzustellen, wie sehr die implizierte Volatilität die Optionspreise beeinflussen kann.

Dazu 4 Beispiele:

Hinweis: der Zweck der folgenden Beispiele ist aufzuzeigen, wie die implizierte Volatilität die Optionspreise beeinflusst kann und “wann” Optionsprämien teuer oder günstig sind.

Um die Komplexität der implizierten Volatilität darstellen zu können, muss man über einen längeren Zeitraum, von einer Aktiengesellschaft, mehrere gleiche Aktienkurse finden und die zugehörigen Daten der implizierten Volatilität kennen. Hat man dann auch noch historische Original-Optionspreise zur Verfügung, kann man sich ein gutes Bild machen, wie die implizierte Volatilität den theoretischen Optionspreis bestimmt.

Durch Zuhilfenahme von Tages Balken Charts und den dazugehörigen Tabellen, kann ich Ihnen dies hoffentlich vermitteln.

Kurze Charterklärung:

Das Tages Balkendiagramm ist in zwei Bereiche aufgeteilt:

Oberer Bereich: Tages-Balken mit Datumsangabe, wann die Aktie annähernd den gleichen Aktienkurs verzeichnen konnte.

Unterer Bereich: implizierte Volatilität Grafik, tägliche Schwankungen (blaue Linie) und 60 Tage-Gleitender Durchschnitt (rote Linie). Die senkrechten gelben Balken sollen hervorheben, welchen prozentualen Wert die implizierte Volatilität besessen hat, als der Aktienkurs wieder einmal den gleichen Preislevel erreicht hat.

Kurze Tabellenerklärung:

Kontrakt: Optionskontrakt den wir analysieren..

Datum: Zeitpunkt wann annähernd gleichbleibende Aktienkurse zu verzeichnen waren (Beobachtungs-Zeitraum).

IBM Aktienkurse: annähernd gleiche Aktienkurse, in USD.

Basispreis: Basispreis (Strike Price) der Option.

RLZ Tage: Restlaufzeit die noch bis zum Ausübungsdatum verbleibt.

Tage Vergangen: Tage die seit dem Beobachtungs-Zeitraum vergangen sind.

Options Prämie (OP): Wo steht die US-Optionsprämien (Originale Ask-Prämien) des gleichen Optionskontrakts im Beobachtungs-Zeitraum (Datum).

Implizierte Volatilität: “IV” in %

Theo. Optionsprämie (TOP); Theoretische Optionsprämie in USD. Dies ist der Optionspreis unter der Annahme, dass die implizierte Volatilität und der Aktienpreis, wie beim Kauf der Option gleich bleiben. Die Optionsprämie nimmt immer mehr ab, da der Zeitwert seinen Tribut fordert (in form des Zeitwertverlustes). Dieser Theoretische Optionspreis sollte als Richtwert verstanden werden und stimmt, wie das Wort schon sagt, nur “theoretisch”.

Differenz OP vs.TOP = Die Differenz der Optionsprämie gegenüber der Theoretischen Optionsprämie in USD. Damit kann man mit einem Blick “relativ” gut erkennen um welchen theoretischen USD Wert die Option überteuert ist.

Option Preis Bewertung: Diese Bewertung wird unter der Berücksichtigung der implizierten Volatilität in Verbindung mit RZL, Differenz OP vs. TOP und IV Hoch und Tief vorgenommen

IV-Hoch und IV-Tief: Diese Daten wurden aus der Tabelle 1 entnommen.

Sehen wir uns als erstes, einen “halbwegs normalen” zeitlichen Verlauf, der implizierten Volatilität an.

IBM-Tages-Balken-Trading Chart vom 21.01.2012 bis 28.12.2012

(Mehr Details in den nachfolgenden Tabelle 1 und 2)

Abb.1

2012-IBM-Trading-Tages Chart

2012-IBM-Trading-Balken-Tages Chart

Tabelle 1

https://tradingeconomics.net/wp-content/uploads/2016/02/IV-Tabelle1.png

Tabelle 2

https://tradingeconomics.net/wp-content/uploads/2016/02/IV-Tabelle2.png

Lassen wir jetzt der Implizierten Volatilität "ein wenig" Spielraum.

IBM-Tages-Balken-Trading Chart vom 28.01.2010 bis 03.08.2010

(Mehr Details in den nachfolgenden Tabelle 3 und 4)

Abb.2

https://tradingeconomics.net/wp-content/uploads/2013/02/2010-IBM-Tages-Balken-Trading-Chart.png

Tabelle 3

https://tradingeconomics.net/wp-content/uploads/2016/02/IV-Tabelle3.png

Tabelle 4

https://tradingeconomics.net/wp-content/uploads/2016/02/IV-Tabelle4.png

Und jetzt lassen wir der Implizierten Volatilität freien Lauf.

IBM-Tages-Balken-Trading Chart vom 26.01.2010 bis 03.08.2010

(Mehr Details in den nachfolgenden Tabelle 5 und 6)

Abb.3

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Tabelle 5

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Tabelle 6

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Wie können wir Bewerten ob Optionen Teuer oder günstig sind?

Wir wollen eine Optionsbewertung der Tabelle 6 vornehmen.

Als Anhaltspunkt für unsere implizierte Volatilität und Optionspreis-Bewertung, nehmen wir aus dem Jahre 2010 das IV-Hoch bei 33.32 % und das IV-Tief bei 17.96% (siehe Tabelle 1)

Jetzt machen wir 4 Fallbeispiele:

Beispiel 1: Sie wollen zu 4 verschiedenen Zeitpunkten eine “IBM-Jan.12-165 Long-Put-Option” kaufen.

Erster Zeitpunkt:

Am 25.01.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 161,44.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 360 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 15.16.

Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 25.01.2011) steht bei 18.85, also ist diese Option als Bezahlbar einzustufen. Da sich die IV in der unteren Bandbreite des IV-Tief des Vorjahres bewegt.

Bewertung: Für den Käufer einer Option, ein guter Kauf!

Zweiter Zeitpunkt:

Am 15.06.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,33.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 219 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 12,45.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 15.06.2011 ) steht bei 21,59%.

Naja, da muss ich mich bei der Bewertung winden, aber ich werde diese Option trotzdem als Teuer einstufen.

Grund: Der Theoretische Optionspreis steht bei 10,73 und die Option die Sie kaufen möchten kostet $ 12,47. Sie bezahlen um $ 1,73/Option oder $ 173/ Optionskontrakt mehr als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Bewertung: Für den Käufer einer Option, ist das schon eine „relativ“ teure Optionsprämie obwohl sich die IV noch in der unteren Bandbreite des IV-Tief des Vorjahres bewegt.

Dritter Zeitpunkt:

Am 10.08.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,54

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 163 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,55.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 10.08.2011 ) steht bei 47,10%.

Diese Option ist Teuer.

Grund: Die implizierte Volatilität steht bei 47,10% und ist somit weit über dem IV-Hoch des letzten Jahres.

Des Weiteren steht der Theoretische Optionspreis bei 9,13 und die Option die Sie kaufen möchten kostet $ 13,55, Sie bezahlen also um $ 4,42/Option oder $ 442/ Optionskontrakt mehr als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Bewertung: Für den Käufer einer Option, ist das eine teure Optionsprämie.

Vierter Zeitpunkt:

Am 12.09.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,42

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 130 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,25.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 12.09.2011 ) steht bei 39,55%.

Die implizierte Volatilität steht bei 39,55% und ist auch noch über dem IV-Hoch des letzten Jahres.

Des weiteren steht der Theoretische Optionspreis bei 8,04 und die Option die Sie kaufen möchten kostet $ 13,25, Sie bezahlen also um $ 5,21/Option oder $ 521/ Optionskontrakt mehr als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Eine bedeutende Rolle, bei der Bewertung der Option, spielt der Theoretische Optionspreis, da der Optionskontrakt nur noch 130 Tage RLZ besitzt.

Bewertung: Für den Käufer einer Option, ist das eine sehr teure bis pompöse Optionsprämie.

Beispiel 2: Sie wollen zu 4 verschiedenen Zeitpunkten eine “IBM-Jan.12-165 Put-Option” verkaufen.

Damit keine Verwechslung aufkommt: Mit „eine Option verkaufen“ meine ich, eine Option zu verkaufen (Sell to Open a IBM-Jan.12-165 Short-Put) oder auch Leerverkauf genannt, ohne einen offenen Long-Options-Kontrakt zu besitzen (Sell to Close a IBM-Jan.12-165 Long-Put ).

Mehr Informationen zu diesem Thema im Kapitel 11 „Was sind Long und Short Kontrakte? „

Aber nun weiter…

Erster Zeitpunkt:

Am 25.01.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 161,44.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 360 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 15.16.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum 25.01.2011) steht bei 18.85, also ist diese Option als bezahlbar einzustufen. Da sich die IV in der unteren Bandbreite des IV-Tief des Vorjahres bewegt.

Wenn Sie zu diesem Datum eine “IBM-Jan.12-165 Put-Option” verkaufen, muss Ihnen bewusst sein, das Sie eine Optionsprämie verkaufen die sich bei der geringsten IV Veränderung extrem verteuern kann. Somit wird Ihr ohnehin schon unbegrenztes Risiko zum Turbo-Risiko.

Bewertung: Für den Verkäufer einer Option, ein schlechter Verkauf, da er auf einen reinen Zeitwehrverlust spekuliert!

Zweiter Zeitpunkt:

Am 15.06.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,33.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 219 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 12,45.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 15.06.2011 ) steht bei 21,59%.

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt eine Option verkaufen, könnten Sie, neben dem möglichen Zeitwertgewinn, zusätzlich $ 1,73/Option oder $ 173/ Optionskontrakt verdienen.

Bewertung: Für den Verkäufer einer “IBM-Jan.12-165 Put-Option” ist das schon eine „relativ“ gute Optionsprämie die dieser beim Verkauf der Option, sein eigen nennen darf. Obwohl sich die implizierte Volatilität noch in der unteren Bandbreite des IV-Tief des Vorjahres bewegt.

Dritter Zeitpunkt:

Am 10.08.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,54

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 163 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,55.

Die implizierte Volatilität(IV zum Datum/ 10.08.2011 ) steht bei 47,10%.

Die IV steht bei 47,10% und ist somit weit über dem IV-Hoch des letzten Jahres.

Das sind Optionsprämien die Verkäufer einer “IBM-Jan.12-165 Put-Option” sehen möchten. Neben einem möglichen Zeitwertgewinn, kann man zusätzlich $ 4,42/Option oder $ 442/ Optionskontrakt verdienen.

Bewertung: Für den Verkäufer einer Option, ist das eine gute Gelegenheit begrenzten Profit zu machen.

Vierter Zeitpunkt:

Am 12.09.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,42

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 130 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,25.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 12.09.2011 ) steht bei 39,55%.

Die implizierte Volatilität steht bei 39,55% und ist noch über dem IV-Hoch des letzten Jahres.

Des Weiteren steht der Theoretische Optionspreis bei 8,04 und die Option die Sie kaufen möchten kostet $ 13,25, Sie bezahlen also um $ 5,21/Option oder $ 521/ Optionskontrakt mehr als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Eine bedeutende Rolle bei der Bewertung der Option, spielt der Theoretische Optionspreis, da der Optionskontrakt nur noch 130 Tage RLZ besitzt.

Hätten Sie z.B. am 12.09.2011 eine “IBM-Jan.12-165 Put-Option” um $ 13,55 verkauft, so hätten Sie am 14.10.2011 einen Gewinn von $ 1.050 erwirtschaftet. Denn der Aktienkurs steht zu diesem Zeitpunkt bei 190,33 die implizierte Volatilität ist von 39,55% auf 31,03% und die Optionsprämie von 13,25 auf $ 3,20 gefallen

Bewertung: Für den Verkäufer einer “IBM-Jan.12-165 Put-Option” ist das eine lukrative Gelegenheit, Profit zu machen.

An dieser Stelle möchte ich aber eindringlich darauf hinweisen, wie gefährlich es sein kann, Optionen zu verkaufen!

Immer und immer wieder werden Menschen mit den Überschriften „Options-Leerverkauf „ oder „Stillhaltergeschäfte“ verführt, Optionen zu verkaufen.

Als Hauptargument wird angeführt, das Geld auf ihrem Brokerkonto gutgeschrieben wird!!

Besonders das Wort „Stillhaltergeschäfte“ scheint eine magische Anziehungskraft zu besitzen. Dabei heißt das Wort Stillhalter in der Options-Terminologie nichts anderes als „der Stillhalter ist verpflichtet, solange stillzuhalten, bis der Optionskäufer seine Option ausübt“.

Wenn Sie unseren Trading Economics-Leitfaden „Die wunderbare Welt der Optionen“ gelesen haben so wissen Sie bereits, das ein Verkäufer einer Option immer einen begrenzten Gewinn bei unbegrenzten Risiko, zu erwarten hat.

Ein Käufer einer Option hat dagegen, unbegrenzten Gewinn bei begrenzten Risiko.

Nehmen wir jetzt einmal an Sie hätten am 12.09.2011 anstatt einer “IBM-Jan.12-165 Put-Option” eine “IBM-Jan.12-165 Call-Option” verkauft.

Hier die Daten (Tabelle 5 )

Am 12.09.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,42

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Call-Option.

Die IBM-Short-Call-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 130 Tage.

Die Optionsprämie beträgt $ 10.05.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 12.09.2011 ) steht bei 39,55%.

Nun, am 14.10.2011 haben Sie mit dieser Short-Position einen Verlust von $ -1.790. Denn der Aktienkurs steht zu diesem Zeitpunkt bei 190,33, die implizierte Volatilität ist von 39,55% auf 31,03% gefallen und die Optionsprämie von 10,05 auf $ 27,95 gestiegen.

Beispiel 3: Sie kaufen am 25.01.2011 eine “IBM-Jan.12-165 Put-Option” und verkaufen diese am 12.09.2011 (Glattstellung).
Wie ist diese Long-Put-Position an bestimmten Zeitabschnitten, zu bewerten?

Am 25.01.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 161,44.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 360 Tage.

Seit dem Kauf der Long-Put-Position sind 0 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 15.16.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 25.01.2011) steht bei 18.85, also ist diese Option als Bezahlbar einzustufen. Da sich die IV in der unteren Bandbreite des IV-Tief des Vorjahres bewegt.

Bewertung: Wie schon erwähnt, für den Käufer einer Option, ein guter Zeitpunkt zum Kauf!

Am 15.06.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,33.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 219 Tage.

Seit dem Kauf der Position sind 141 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 12,45.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 15.06.2011 ) steht bei 21,59%.

Seit dem Kauf der Position sind 141 Tage vergangen. Die Optionsprämie ist noch in einer „relativ“ guten Verfassung.

Grund: Der Theoretische Optionspreis steht bei 10,73 und die Option steht bei $ 12,47. Die erhöhte IV hält die Optionsprämie auf einem noch höheren Durchschnitts-Niveau. Diese steht um $ 1,73/Option oder $ 173/ Optionskontrakt höher als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Bewertung: Diese Position ist zu diesem Zeitpunkt, trotz Zeitwertverlust, noch gut im Rennen.

Am 10.08.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,54

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 163 Tage.

Seit dem Kauf der Position sind 197 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,55.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum 10.08.2011 ) steht bei 47,10%.

Die implizierte Volatilität steht bei 47,10% und ist somit weit über dem IV-Hoch des letzten Jahres.

Seit dem Kauf der Position sind schon 197 Tage vergangen aber die Optionsprämie ist noch in einer ausgezeichneten Verfassung.

Grund: Der Theoretische Optionspreis steht bei 9,13 und die Optionsprämie bei $ 13,55. Die hohe IV hält die Optionsprämie auf hohem Niveau. Diese steht um $ 4,72/Option oder $ 473/ Optionskontrakt höher als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Bewertung: Diese Position verteidigt sich erfolgreich gegen den Zeitverlust!

Am 12.09.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,42

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Long-Put-Option.

Die IBM-Long-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 130 Tage.

Seit dem Kauf der Position sind 230 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,25.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum 12.09.2011 ) steht bei 39,55%.

Die implizierte Volatilität steht bei 39,55% und ist somit über dem IV-Hoch des letzten Jahres.

Seit dem Kauf der Position sind jetzt 230 Tage vergangen und die Optionsprämie ist noch in einer hervorragenden Verfassung.

Grund: Der Theoretische Optionspreis steht bei 8,04 und die Optionsprämie bei $ 13,25. Die noch immer hohe IV hält die Optionsprämie auf hohem Niveau. Diese steht um $ 5,21/Option oder $ 512/ Optionskontrakt höher als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Bewertung: Bei diese Position sieht es zu diesem Zeitpunkt aus, als könnte der Zeitverlust ihr nur wenig Schaden zufügen! Wenn Sie am 12.09.2011 diese Put-Option wieder verkaufen, machen Sie, obwohl schon 230 Tage seit dem Kauf vergangen sind, nur einen Verlust von $ 2,35/Option oder $ 235/ Optionskontrakt.

Wenn Sie am 25.01.2011 beim Kauf der Option, zusätzlich noch 100 IBM Aktien zu $ 161,44 in ihr Portfolio gekauft haben, dann haben Sie eine Absicherung gegen einen Kurseinbruch, zum Schnäppchenpreis getätigt.

Beispiel 4: Sie verkaufen am 25.01.2011 eine “IBM-Jan.12-165 Put-Option” und kaufen diese am 12.09.2011 wieder zurück (Glattstellung).
Wie ist diese Short-Put-Position an bestimmten Zeitabschnitten, zu bewerten?

Am 25.01.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 161,44.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 360 Tage.

Seit dem Verkauf der Long-Put-Position sind 0 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 15.16.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 25.01.2011) steht bei 18.85.

Die implizierte Volatilität bewegt sich in der unteren Bandbreite des IV-Tief des Vorjahres.

Bewertung: Wie schon erwähnt, für den Verkäufer einer Option ein schlechter Verkauf, da er auf einen reinen Zeitwehrverlust spekuliert!

Am 15.06.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,33.

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 219 Tage.

Seit dem Verkauf der Position sind 141 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 12,45.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum 15.06.2011 ) steht bei 21,59%.

Seit dem Verkauf der Position sind 141 Tage vergangen.

Die Short-Option sollte wie der Theoretische Optionspreis bei zirka $ 10,73 stehen

Bewertung: Diese Short Put-Position ist zu diesem Zeitpunkt, für den Verkäufer der Option, in keiner zufriedenstellenden Verfassung.

Am 10.08.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,54

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 163 Tage.

Seit dem Verkauf der Position sind 197 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,55.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 10.08.2011 ) steht bei 47,10%.

Die Short-Option sollte wie der Theoretische Optionspreis bei zirka $ 9,13 stehen

Bewertung: Diese Short Put-Position ist zu diesem Zeitpunkt, für den Verkäufer der Option, in einer schlechten Verfassung.

Am 12.09.2011 steht der IBM-Aktienkurs bei $ 162,42

Trading-Position: IBM-Jan.12-165-Short-Put-Option.

Die IBM-Short-Put-Option hat eine Restlaufzeit (RLZ) von 130 Tage.

Seit dem Verkauf der Position sind 230 Tage vergangen.

Die Optionsprämie beträgt $ 13,25.

Die implizierte Volatilität (IV zum Datum/ 12.09.2011 ) steht bei 39,55%.

Die implizierte Volatilität steht bei 39,55% und ist somit über dem IV-Hoch des letzten Jahres.

Seit dem Kauf der Short-Position sind jetzt 230 Tage vergangen und die Optionsprämie ist für den Verkäufer, in einer sehr schlechten Verfassung.

Grund: Der Theoretische Optionspreis steht bei 8,04 und die Optionsprämie bei $ 13,25. Die noch immer hohe IV hält die Optionsprämie auf hohem Niveau. Diese steht um $ 5,21/Option oder $ 512/ Optionskontrakt höher als der Theoretische Optionspreis ausweist.

Bewertung: Bei dieser Position sieht es zu diesem Zeitpunkt vom Standpunkt des Käufers aus, als könnte der Zeitverlust ihr nur wenig Schaden zufügen! Als Verkäufer von Optionen (Stillhalter) fühlen Sie sich hier vom Zeitwert im Stich gelassen.

Wenn Sie am 12.09.2011 diese Short-Put-Option wieder zurückkaufen, machen Sie, obwohl schon 230 Tage seit dem Kauf vergangen sind, nur einen Gewinn von $ 2,35/Option oder $ 235/ Optionskontrakt.

Wenn Sie bedenken wie viel Risiko Sie über einen Zeitraum von 230 Tagen mit dieser Short-Position eingegangen sind, dann erscheint der Gewinn von $ 235/ Optionskontrakt wie ein Hungerlohn und Ihr Nervennetzwerk dürfte einen Schaden erlitten haben.

Welchen implizierten Volatilitäts-Wert verwende ich?
Sie sollten im normalen Options-Trading als Käufer, immer bezahlbare Optionen kaufen und teure Optionen verkaufen, mit teure Optionen verkaufen meine ich, Sie kaufen günstig einen Put oder Call Optionskontrakt und verkaufen diesen teuer.

Oder, Sie sollten im normalen Options-Trading als Verkäufer, immer teure Optionen verkaufen und günstiger zurückkaufen, mit teure Optionen verkaufen meine ich, Sie verkaufen teuer einen Put oder Call Optionskontrakt und kaufen diesen wieder günstiger zurück.

Wie schon erwähnt der Online Broker hat alle neuesten IV zahlen für alle Optionen und Sie können dadurch erkennen, wo die aktuelle implizierte Volatilität im Verhältnis gemessen zur vergangenen implizierte Volatilität steht.

Die implizierte Volatilität wird wie schon erwähnt, in Prozent dargestellt.

Eine am Geld (ATM) liegende “IBM-Jun14-190-Call” hat vielleicht eine implizierte Volatilität von 19,95%, eine am Geld (ATM) liegende Gannett Inc. “GCI-Jan14-20-Call” hat eine implizierte Volatilität von 37,90%.

Jetzt muss ich eine WARNUNG aussprechen!

Nur weil die Gannett inc. “GCI-Jan14-20-Call-Option” eine implizierte Volatilität von 37,90% aufweist, heißt das noch lange nicht, dass diese einen höhere implizierte Volatilität aufweist als die “IBM-Jun14-190-Call-Option” mit 19.95%.

Sie können nicht die implizierte Volatilität der einen AG mit der einer anderen AG vergleichen, um herauszufinden ob die implizierte Volatilität hoch oder niedrig ist, dass ist sinnlos!

Sie können immer nur die implizierte Volatilität einer Aktie im historischen Vergleich zu sich selbst betrachten, um Rückschlüsse zu ziehen; sonst vergleichen sie Äpfel mit Birnen.

Nehmen wir z.B. unser obiges Beispiel und sagen die “IBM-Jun14-190-Call-Option” hat in den letzten 12 Monaten eine implizierte Volatilität in einer Bandbreite von 17% bis 25% und steht momentan bei 18% also bewegt sich, gemessen an einem 12 Monatsdurchschnitt, die implizierte Volatilität aktuell, am unteren Rand ihrer Bandbreite.

Damit können wir sagen dass die implizierte Volatilität der “IBM-Jun14-190-Call-Option” gering ist, der Wert der Option wird also zunehmen, wenn die implizierte Volatilität der Aktie nach oben geht.

Wenn wir unser Beispiel von der Gannett Inc. Aktie hernehmen und sagen die “GCI-Jan14-20-Call-Option” hat in den letzten 12 Monaten eine implizierte Volatilität in einer Bandbreite von 19% bis 68% und steht momentan bei 37,90% so bewegt sich, gemessen an dem 12 Monatsdurchschnitt, die implizierte Volatilität aktuell in der oberen Hälfte ihrer historischen Bandbreite.

Damit können wir sagen dass die implizierte Volatilität der “GCI-Jan14-20-Call-Option” groß ist; und der Wert der Option wird deshalb auch eher hoch („teuer“) sein.

Wenn die implizierte Volatilität der “GCI-Jan14-20-Call-Option” fällt, verliert dieser Call relativ schnell an Wert.

Ich hoffe Sie haben gesehen, dass man die implizierte Volatilität immer nur zu sich selbst im historischen Vergleich messen kann.

Wie kann Ihnen nun im Trading mit Optionen das Wissen um die implizierte Volatilität helfen?

Wenn Sie bemerken, dass die implizierte Volatilität im aktuellen Monat in bestimmten Optionen erheblich steigt (z.B. bei Pharma-Unternehmen), dann ist etwas am Kochen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass eine große Preisbewegung in eine bestimmte Richtung bevorstehen könnte.

„Volatilitäts-Crush“ und „Volatilitäts-Rush“

Was ist das denn schon wieder?

Wie schon erwähnt, wenn die implizierte Volatilität in einer Option stark ansteigt wird der Wert der Option auch ansteigen.

Dass nennt man Volatilität Rush.

Wenn sie eine Option mit einer hohen implizierten Volatilität kaufen und die implizierte Volatilität fällt dann wird auch die Optionsprämie fallen.

Der Preis Ihrer Option wird mit fallenden Volatilität crushen => Volatilitäts Crush

Ich habe schon erwähnt, dass man Optionen mit einer geringen implizierten Volatilität kaufen und eine Option mit einem hohen implizierten Volatilität verkaufen soll.

Ein zweiter Grund ist ein anderes Konzept, nämlich das Konzept der Rückkehr zur Normalität (Reverse tot he mean)

Ich beabsichtige nicht dieses Konzept im Einzelnen aufzuführen, denn dafür ist es zu komplex.

Es ist eigentlich genug wenn ich sage Volatilität ist nicht eine gerade Linie auf einem Chart und fällt nie auf 0 oder geht unendlich nach oben.

Eine Option ist zu Zeiten entweder volatil oder nicht, sie kann nicht immer hohe Volatilität aufweisen, das ist unmöglich.

Stellen Sie sich ein elastisches Band vor, Sie können es nicht voll ausgezogen für immer in Ihren Händen halten, sondern es wird (wenn die Hände zu schmerzen beginnen) wieder in seinem “normalen” Zustand zurückkehren, sobald sie es loslassen.

Deshalb, wenn die aktuelle implizierte Volatilität höher ist als in der Vergangenheit, dann wissen Sie, dass diese früher oder später wieder auf sein normales Niveau sinken wird.

Dasselbe gilt wenn die aktuelle implizierte Volatilität niedriger ist als in der Vergangenheit; denn dann wissen Sie, dass diese nicht für immer so tief stehen wird und wieder auf sein normales Niveau steigen wird.

Ich hoffe, dass Sie jetzt verstehen, wieso wir bei niedriger implizierten Volatilität Optionen kaufen und bei hoher verkaufen.

Niedrige implizierte Volatilität Optionen sind günstig (weshalb man sie ja dann kaufen sollte) und diese werden von einem Rush profitieren wenn sie wieder zum normalen Level zurückkehren.

Dagegen werden Optionen mit einer hohen implizierte Volatilität (weshalb man sie dann verkaufen sollte) verkauft, weil diese profitieren werden, wenn sie wieder zum normalen Level zurückkehren.

Wenn Sie teure Optionen kaufen und billige Optionen verkaufen, dann arbeiten Sie gegen dieses Konzept!

Ich habe im Artikel „Atemberaubendes Options-Trading inmitten des „ niedergeschrieben, wie mir die implizierte Volatilität immens geholfen hat indem sie mich vor großen Verlusten schützte. Das Resultat war, das ich mit der Zuhilfenahme der implizierte Volatilität einen enormen Gewinn erwirtschaftet habe!

Damit beende ich den Abschnitt implizierte Volatilität (IV), es sind sehr viele Bücher über Volatilität geschrieben worden und somit haben Sie genügend Stoff wenn Sie sich tiefer in das knifflige Thema Volatilität einarbeiten wollen.

Ein Buch möchte ich Ihnen nochmals ans Herz legen:

“Option Volatility and Pricing: Advanced Trading Strategies and Techniques” von Sheldon Natenberg.

Was ich in diesem Abschnitt wiedergegeben habe ist nur ein Basiswissen über Volatilität, aber ich denke es bietet Ihnen eine sehr gute Grundlage. Und allemal ausreichend für unser Tradingsystem mit Absicherung gegen Kurseinbrüche, auf der Sie Ihr Wissen aufbauen können.

 

Alexander Firstbrain
Investor und Autor
Trading Economics
tradingeconomics.net